19 März 2006

killer-cola

überall auf der welt geht es den großen multinationalen konzernen tagtäglich nur um den maximalgewinn. die kapitalistische verwertungslogik kennt keine menschenrechte.
einige unternehmen fallen dabei besonders krass auf.
im hinblick auf die großartige, bevorstehende wm 2006 bieten sie gegnerInnen nun aber eine besondere angriffsfläche, da sie als hauptsponsoren agieren. adidas, macdonald, cola und co nutzen die wm als werbefläche und gute investition für eine wohl dringend nötige imagekampagne...wir können die große mediale aufmerksamkeit, die der wm und ihren sponsoren zuteil wird, nutzen!

in den letzten jahren wurde in den medien vermehrt über die menschenverachtenden praktiken des coca-cola-konzerns berichtet:
an verschiedenen standorten des unternehmens wurden arbeiterInnenrechte massiv abgebaut, löhne gekürzt, der kündigungsschutz und andere sozialleistungen gestrichen. der gewerkschaftlich organisierte widerstand gegen diese ausbeuterischen arbeitsbedingungen wurde und wird brutal niedergeschlagen. in kolumbien ist es die gewerkschaft "sinaltrainal", die diese proteste initiierte. so wurde von der gewerkschaft z.b. eine klage gegen die arbeitsbedingungen des konzerns eingereicht. coca-cola reagierte daraufhin mit morddrohungen gegen die gewerkschafterInnen und ihre familien. der konzern nutzte sein hauseigenes paramilitär um sieben der aktiven gewerkschafter ermorden zu lassen. andere aktive wurden zum austritt aus der gewerkschaft gezwungen, es gibt hinweise, dass dieses teilweise unter anwendung von folter geschah. in den abfüllfabriken liegen mittlerweile listen aus, in denen von den arbeiterInnen unterschrieben werden muss, dass der konzern keinerlei menschenrechtsverletzenden praktiken anwendet.
solche und ähnliche zustände herrschen in allen 200 ländern, in denen coca-cola angesiedelt ist. der konzern setzt seine profitgier überall auf der welt mit gegen menschenrechte verstoßenden und umweltzerstörenden methoden durch.
so ist in indien der grundwasserspiegel im umkreis mehrerer cola-abfüllwerke erheblich gesunken. den bauern wird ihre lebensgrundlage entzogen. von einem staatlichen, indischen umweltforschungsinstitut wurde außerdem herausgefunden, dass der restmüll und der boden rund um die abfüllanlagen mit pestiziden verseucht ist. diese tatsache hinderte coca-cola jedoch nicht daran, den restmüll als düngemittel getarnt an die bauern zu verkaufen. auch in den colagetränken selbst wurden pestizide nachgewiesen. die usa stoppt mittlerweile den import indischer produkte des konzerns.
weltweit kommt es in diesem kontext zu protestaktionen. der stadtrat der haupstadt der olympischen winterspiel 2006 turin, hat mehrheitlich beschlossen keine produkte von coca-cola öffentlich auszuschenken, die olympische fackel wurde von protestdemos begleitet.
an mehreren schulen und hochschulen der usa, kanada und großbritannien wird eine zusammenarbeit mit coca-cola bereits abgelehnt, ausschankverträge wurden gekündigt.
ver.di veranlasste für kantinen den verzicht auf cola-produkte.
boykottiert coca-cola!

17 März 2006

you look like... a perfect fit,
for a girl in need... of a tourniquette.
but can you save me?
come on and save me...
if you could save me,
from the ranks of the freaks,
who suspect they could never love anyone.

'cause i can tell... you know what it's like.
a long farewell... of the hunger strike.
but can you save me?
come on and save me...
if you could save me,
from the ranks of the freaks,
who suspect they could never love anyone.

it struck me down, a greyhound,
like peter pan, or superman,
you have come... to save me.
come on and save me...
if you could save me,
from the ranks of the freaks,
who suspect they could never love anyone,
except the freaks,
who suspect they could never love anyone,
but the freaks,
who suspect they could never love anyone.

come on and save me...
why don't you save me?
if you could save me,
from the ranks of the freaks,
who suspect they could never love anyone,
except the freaks,
who suspect they could never love anyone,
except the freaks,
who could never love anyone.

aimee mann

graue tage

nach grauen tagen

eine einzige stunde frei sein!
frei, fern!
wie nachtlieder in den sphären.
und hoch fliegen über den tagen
möchte ich
und das vergessen suchen ---
über das dunkle wasser gehen
nach weißen rosen,
meiner seele flügel geben
und, oh gott, nichts wissen mehr
von der bitterkeit langer nächte,
in denen die augen groß werden
vor namenloser not.
tränen liegen auf meinen wangen
aus den nächten des irrsinns,
des wahnes schöner hoffnung,
dem wunsch, ketten zu brechen
und licht zu trinken ---
eine einzige stunde licht schauen!
eine einzige stunde frei sein!

Ingeborg Bachmann

14 März 2006

namen aller beteiligten wurden aus pietätsgründen geändert

hamburg, 19:07. ein verzweifelter anruf ereicht das haus der fr. schmidt.
die in panik aufgelöste fr. müller bat atemlos um hilfe. sie vermisse ihren schlüsselbund seit drei tagen, nicht den privaten, sondern den ihrer arbeitsstelle. da sie sich noch in der probezeit befinde und ihr in dieser zeit auch schon einige anfängerinnenfehler passiert seien, mache sie sich ausgesprochene sorgen um die sicherheit ihres arbeitsplatzes, wenn sie den verlust zugeben müsse, zumal sich an dem bund auch der schlüssel zum medikamentenschrank befinde, in dem so leckere sachen wie tavor verschlossen seien. in den letzten 72 stunden habe sie ihre gesamte wohnung mehrmals gründlich auf den kopf gestellt. sie sei alle nur denkbaren straßen und wege abgefahren, habe in der welt herumtelefoniert und sei alle verbleibenden möglichkeiten im geiste durcheggangen und es bliebe nur eine möglichkeit: das schlüsselbund müsse aus unerfindlichen gründen im müllbeutel gelandet sein und dieser sei in den hausmüllcontainer gewandert, den sie nun durchsuchen müsse. fr. müller sei untröstlich, aber sie sehe sich gezwungen den müllcontainer einer sehr genauen inspektion zu unterziehen. sie habe extra den sonnenuntergang abgewartet, um die öffentliche bloßstellung um einen großteil zu reduzieren. fr. müller fragte die fr. schmidt nun um unterstützung. nein, fr. schmidt müsse nicht in den container klettern, es genüge voll und ganz dabei zu sein und ihr so angemessenen seelischen beistand in dieser schmachvollen und demütigenden situation zu bieten. wenn sie vielleicht die eigens zu dem zweck besorgte taschenlampe halten könnte.
so geschah es, dass sich zu abendlicher stunde in der emiljansenstraße ein abenteuerliches spektakel vollzog: eine kleine frau auf einem klappstuhl, taschenlampenhaltend und mit gummihandschuhen bewaffnet steht vor dem müllcontainer, während von der zweiten kleinen frau nur der schöne hintern und die beine aus eben diesem müllcontainer herausschauen. diverse müllbeutel wurden zu tage befördert, die unsäglichen hinterlassenschaften der konsumsüchtigen nachbarwelt durchsucht. Pestilenz!
auch ein neugieriger nachbar kam später hinzu, der eifrig interessiert wissen wollte, wo es denn brenne!?
nun ja, barmbek ist nicht lindenstraße und schon gar nicht hollywood und daher gab es auch kein happy end. der schlüssel wurde nicht gefunden und fr. müller erwartet morgen ein kräftiger einlauf ihres arbeitgebers, den sie reumütig entgegen nehmen wird.

12 März 2006

mußte ich gerade in allerletzter minute für die fh schreiben. wen es interessiert:

In der vorliegenden Arbeit wird das „Theater der Unterdrückten“ zusammenfassend vorgestellt. Eine der verschiedenen Methoden, nämlich die des „Forumtheaters“ wird näher erläutert. Ich beziehe mich dabei auf den Text „Forumtheater im Gemeinwesen“ von Simone Odierna. Anschließend folgt eine Praxisreflexion der Methode, wobei die Frage nach der konkreten Anwendung und ihrer Eignung im speziellen Praxisfeld gestellt wird.


Das „Theater der Unterdrückten“ ist eine Methodenreihe von Augusto Boal, die er in den 60er Jahren entwickelte. Grundlegendes Ziel der Methoden ist die politische Aktivierung von Menschen. Die Zuschauer sollen nicht als passive Wesen und Objekte einer Darbietung beiwohnen, sondern selbst zu AkteurInnen der Handlung werden. Auf diesem Wege kann die Interaktion zu einem Diskurs über alle denkbaren Probleme und Konflikte werden. Der Akzent liegt dann auf der spielerischen Erarbeitung von Handlungsalternativen und möglichen Zukunftsgestaltung.
Das „Forumtheater“ ist die zentrale Methode im „Theater der Unterdrückten“. Sabine Odierna benennt die Methode als „Mitspieltheater“, die Zuschauenden werden in die Szenen einbezogen.
Erreicht werden soll also (politische) Aktivierung. Es geht darum, den Menschen ihre eigene politische Situation bewusst zu machen und ihnen zu verdeutlichen, dass sie verschiedene Möglichkeiten haben die Realität zu beeinflussen und zu verändern. Ziel der Methode ist die Bewusstmachung und Abschaffung von Unterdrückung und Diskriminierung.

„Widerstand gegen Unterdrückung ist eine Technik, die den Teilnehmern bewusst machen soll, dass Unterdrückung nur dann zum Zuge kommen kann, wenn man sich unterdrücken lässt, mehr noch, wenn man dem Unterdrücker hilfreich ist gegen sich selbst, und dass Widerstand gegen Unterdrückung immer möglich ist, ja, dass man Widerstand leisten muss." (zit. nach Augusto Boal)

In diesem Kontext macht Forumtheater in den Szenen klare Unterdrückungssituationen zum Thema. Denk- und spielbar ist alles: rassistische Passkontrollen, Demütigungen einer Obdachlosen, Szenen im Arbeitsamt, im Gerichtssaal, Gewalt in der Familie, etc..


Es kommt darauf an, was erreicht werden soll, wer befähigt werden soll, welche konkrete Situation eben vorliegt.
Die Ausgangsszene wird von drei Personen eingeübt. Es spielt der Protagonist (das Opfer), der Antagonist (der Täter) und eine dritte Person (die Ambivalente). Die ambivalente Person unterstützt das Opfer in der Ausgangszene nicht, lässt aber Spielraum für folgende Szenen, in denen sie als Bündnispartner agieren kann. Die Szene kann an den verschiedensten Orten aufgeführt werden: in der Fußgängerzone, in Schulen, in Betrieben. Im jeweiligen Setting wird die Szene dann mehrmals und immer wieder genau gleich vorgeführt. Die
ZuschauerInnen können sich nun in die dargestellte Szene einwechseln und die SchauspielerInnen und ihre Handlungen ersetzen. Nicht der Regisseur bestimmt die Inhalte der Szenen, sondern die Zuschauenden die dann zu AkteurInnen werden, setzen die thematischen Schwerpunkte. Es geht um die Antworten auf Fragen: Wie würde ich in der Situation handeln? Wie kann ich durch meine Ideen und mein Handeln die Szene verändern? Auf diese Weise kann jede Problemstellung der Teilnehmenden angesprochen und ins Bild gebracht werden.
„Im ästhetischen, einem ,angstfreien Raum`, kann erprobt werden sich ideal zu verhalten, zum Beispiel sich zu wehren, anstatt eine Unterdrückungssituation zu ertragen. Die Katharsis wird nicht wie im griechischem Theater durch bloßes Anschauen der ,lehrreichen´ Stücke, sondern durch Verändern der Realität erzeugt“ (zit. nach Simone Odierna).

Im nachstehenden Teil der Arbeit wird reflektiert, in wie weit die Methode des Forumtheaters im konkreten Praxisfeld der Arbeit mit suchtmittelabhängigen Menschen eingesetzt werden kann. Die Einrichtung Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld bietet ein Nachsorgeprogramm für Menschen mit überwiegend legalen Süchten wie Alkohol-, Spiel- und Medikamentenabhängigkeiten an. Es handelt sich um eine stationäre Therapieform. Der Arbeitschwerpunkt liegt auf der Wiedereingliederung der Menschen in die Arbeitswelt und in ein neues gesundes soziales Netzwerk. Während der Therapiezeit verpflichten sich die KlientInnen an einem fest vorstrukturierten Wochenprogramm teilzunehmen. Es werden


unterschiedliche Angebote vorgehalten, wie z.B. EDV-Kurse, Bewerbungstraining und Gesprächsgruppen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Methode des Forumtheaters innerhalb der verschiedenen Angebote sinnvoll eingesetzt werden kann. Für die KlientInnen ist die Auseinandersetzung
mit ihren Abhängigkeiten auch in der Nachsorge noch ein zentrales Thema. Die KlientInnen kämpfen täglich mit den komplexen Ursachen ihrer Suchterkrankungen. Existentielle ursächliche Konflikte dringen in den Indikations- und Gesprächsgruppen, sowie auch in der sonstigen Interaktion mit der Umwelt immer wieder an die Oberfläche. Auf der individuellen Ebene beherrschen oft mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, ambivalente Emotionen und Ohnmachtempfinden das Verhalten der KlientInnen. Auf der objektiven Ebene, also in der alltäglichen Auseinandersetzung mit der Umwelt spielen die genannten Schwierigkeiten ebenfalls eine Rolle, so wird z.B. ein Gespräch mit einem ArGe-Sachbearbeiter dann oft zum scheinbar unüberwindbaren Hindernis, besonders wenn die KlientInnen sich einer in dem Bereich leider oft vorkommenden ungerechten Behandlung ausgesetzt sehen. Viele der KlientInnen haben ein adäquates Konfliktlösungsverhalten nicht erlernen können und bleiben demnach immer wieder in frustrierenden und demotivierenden Situationen stecken. „Forumtheater“ kann an dieser Stelle gut ansetzen. Vorstellbar ist das konkrete Einsetzen der Methode beispielsweise innerhalb einer Sequenz der Gesprächsgruppe. In der ersten Sitzung erfolgt die gemeinsame Themenfindung, anschließend kann mit zwei KlientInnen eine Szene zu dem Thema vorbereitet werden, die dann in der nächsten Sitzung gespielt wird wie oben beschrieben. In der dritten Sitzung können dann die Ergebnisse und Diskussionspunkte der Szene aufgearbeitet und besprochen werden. In dieser spielerischen Auseinandersetzung mit belastenden Alltagssituationen können individuelle Gefühle und Konflikte auf die „Bühne“, also an die Oberfläche gebracht werden. Viele KlientInnen verfügen über keinen Zugang zu ihren Gefühlen, der ästhetische Raum erleichtert ihnen möglicherweise den Ausdruck ihrer emotionalen Lage. Darüber hinaus erhalten die AkteurInnen ein Feedback zu ihren verschiedenen Verhaltensformen.
Ein mögliches Problem in dieser Arbeit soll jedoch nicht unerwähnt bleiben. Ein großer Teil der KlientInnen weist massive sog. Doppeldiagnosen auf, d.h. sie sind zusätzlich zu ihren Abhängigkeitsproblemen an verschieden psychischen Störungen, wie z.B.

Persönlichkeitsstörungen und Depressionen erkrankt. Das Durchführen der beschriebenen Methode könnte ihre Traumata an die Oberfläche bringen, es entstünden so vielleicht
schwierige Situationen, in denen die Mitarbeit eines qualifizierten Therapeuten dringend erforderlich wäre. An dieser Stelle stellt sich die Frage nach dem Verwandtschaftsverhältnis
des Forumtheaters zur Methode des Psychodramas. Psychodrama bezieht sich wesentlich stärker auf das Individuum und seine Gefühle und kann so in dem beschriebenen Kontext das Forumtheater sinnvoller ersetzen.
Wenn es in der Arbeit mit den KlientInnen jedoch um tatsächlich bevorstehende Situationen geht, kann die Methode des Forumtheaters gut eingesetzt werden. Vorstellbar ist hier z.B. ein bevorstehendes Gespräch bei der ArGe oder die Teilnahme an einer Feier, bei der auf jeden Fall Alkohol ausgeschenkt wird. Durch das Durchspielen solcher Szenen werden die KlientInnen eines selbstbewussten und lösungsorientierten Verhaltens befähigt. Sie lernen verschiedene Handlungsperspektiven zu entwickeln und können diese Ausprobieren. Forumtheater dient dann der Vorbereitung auf reale Alltagssituationen.


Lies mehr!

08 März 2006

8. märz

07 März 2006

unflätig und spaß dabei

"der amerikanische sprachwissenschaftler barry sanders hat vor einigen jahren die etwas verwegen erscheinende these aufgestellt, dass der verfall der traditionellen sprachkultur, einschließlich des farbigen, lebendigen schimpfens, auch die "grundlegende grammatik des menschlichen zusammenlebens zerstört" (barry sanders, der verlust der sprachkultur, f. a.m., 1995 ).
ich weise nur darauf hin, gibt meinem letzten eintrag evtl. einen leicht ästetischen rahmen?
text